Seilsäge

Die Seilsäge Plattner

Mit einem Sägedraht und mit Sägeseilen arbeiteten Steinbrüche im 19. Jahrhundert. Die genaue Aufarbeitung der Herkunft dieser Technik ist längst noch nicht abgeschlossen, so bleibt die akzeptierte Aussage: "Das Seilsägen kommt an und für sich aus dem Steinbruch". -Zitat; Quelle 1, Seite 63.

Die Entwicklung der Schneideigenschaften führte zu dem heute am Markt verfügbaren Stahlseil mit Stahlfedern und Gummivulkanisation oder Kunststoffausspritzungen zwischen den Diamantröllchen, welche wie Perlen auf der Kette sitzen.

Zunächst wurden Wandsägen mit einem Antriebsrad für das Sägeseil ausgestattet, um das Seilsägen auf Baustellen anwenden zu können. Der große Platzbedarf war ein wesentliches Anwendungshindernis, welches durch die Entwicklung der Kompakt-Seilsägen eine Lösung fand.

Durch ausgeklügelte Rollensysteme mit mehrfacher Umlenkung des Sägeseils, konnten erhebliche Seillängen in der Säge gespeichert werden. Diesen Vorteil nutzen moderne Seilsägen auch.

In heutiger Zeit gewinnt das Trockensägeverfahren mit Luft als Kühlmittel zunehmend an Bedeutung. Die Dosierung des Kühlmittels entscheidet oft über Erfolg und Wirtschaftlichkeit der Auftragsabwicklung.

Das Seilsägen wird unabhängig von der Art der Kühlung und der Art des Abtransportes des Sägekleins seit der Jahrtausendwende ebenso selbstverständlich angewandt wie die anderen Schnitt- und Bohrtechniken.

Im Museum für alte Betonbohr- und -sägemaschinen bekleiden die Seilsägen eine eigene Kategorie mit exemplarischen Ausstellungsstücken diverser Hersteller. Die Bilder zeigen eine Kompakt-Seilsäge mit einer im Jahr 2000 neuen Diamant-Seilsäge-Technologie: integrierter Seilspeicher und pneumatischer Vorschub. Dadurch war es nicht notwendig, das Seil zu kürzen. Der elektrische Antrieb mit zwei Motoren ermöglichte ein hohes Anfahrdrehmoment und insgesamt einen lärmarmen Betrieb der Gesamtanlage. Das Seil konnte bei einem Riss nicht mehr frei Auspeitschen, da die Seilführung über Schwenkrollen durch Hohlachsen erfolgte.

 


Im linken Bild ist das zusammengestellte Equipment zu sehen. Mit einem Strom- und Wasseranschluss für die wassergekühlten Elektromotoren und der Druckluftzuleitung für die Pneumatik wäre diese Seilsäge "aufgebaut". Den stufenlosen Anstieg der Drehzahl erreicht man mit dem Frequenzumrichter. Dieser ermöglicht eine optimale Geschwindigkeitseinstellung des Seiles. Die Druckluftzylinder ermöglichen eine gute Anpassung der Seilspannung und halten diese konstant. Eine kluge und hilfreiche Idee ist die Ausstattung des Steuerpultes mit Rollen, die gleichzeitig als Ersatzrollen für die Umlenkung des Seiles eingesetzt werden könnten.

Seilsägen nach einer Idee von Tyrolit